ODOTA

chip Desaster geht weiterodota (= finnisch: warten).

Nachdem wir vergangenen Sonntag in sentimentaler Ergreifung über traumhafte Finnlandromantik, über einsame Wälder, über geheimnisvolle Seen und nordische Stille berichtet haben, wenden wir uns heute wieder den Freunden der Reisekatastrophen zu.

Unser Ziel ist Norwegen. Hier zunächst ein Foto des finnisch – norwegischen Grenzübergangs:

20170612 Finn-Lappland 004

An diesem Grenzübergang wird unsere Reise jäh unterbrochen.

Odota!

Zwei norwegische Grenzbeamte nehmen ihren Auftrag, Norwegen vor aus Deutschland eingeschleppten Hundeinfektionen zu bewahren, sehr genau. Dagegen ist die deutsche Bürokratie ein mit dem Messie-Syndrom behaftetes Chaos.

Das im blog-Beitrag vom 04.06. 2017 beschriebene chip – Desaster (Emmas chip funktionierte nicht mehr…) verfolgt uns weiter. Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass sich dieses scheinbare Mücke – Problem zu einem solchen Elefanten entwickeln wird.

Die Grenzbeamten nehmen Emmas Pass – und chipsituation genau unter die Lupe.

Das dauert. Odota.

Dann holen sie sich telefonisch Rat und weitere Anweisungen bei einem leitenden Tierarzt in Oslo. Der muss nachdenken und ruft gleich zurück. Odota.

Später der Rückruf des Tierarztes und die dramatische Entscheidung: Heute keine Einreise. Wir müssen warten bis die von unserem finnischen Tierarzt (der chip–tuner, siehe blog vom 04.06…) durchgeführte Nachimpfung ihre volle Wirkung entfaltet. So sind wir gezwungen die nächsten 12 Tage hier in Lappland zu verbringen.

Ok., jetzt müssen wir natürlich ein bisschen aufpassen, wie wir hier formulieren. Da sitzen ja viele Menschen zu Hause, die von Montag bis Freitag ganz normal arbeiten gehen. Und wir schreiben jetzt, „dass wir hier rumsitzen MÜSSEN“. Und diese Menschen zu Hause könnten zu Recht danach fragen, ob es uns eigentlich noch gut geht.

Aber das ist nun mal wirklich doof. Die Gegend hier besteht aus einem Campingplatz am Ortsrand von Ivalo (Wir sind meistens die einzigen Gäste, was den Service hier dennoch leider nicht verbessert). Der nächste vernünftige Campingplatz ist rund 400 Kilometer weiter südlich.

Dann gibt es die Schnellstraße. Die E 75.

Die E 75 ist quasi die einzige Straße. Es gibt tatsächlich keine Wanderwege, Joggingrouten oder ähnliche, mit Idylle behafteten Wege.

In der für satte 16,90 € erworbenen topographischen Karte „Ivalo 1:50.000“ finden wir diese nackte Realität noch einmal amtlich bestätigt. In der Karte finden wir:

  1. Ivalo
  2. Jede Menge Höhenlinien
  3. Die E 75

Doch bereits am zweiten Tag genießen wir die E 75. Wir lernen die zentrale Lage des Campingplatzes zu schätzen. Das Rauschen des Verkehrs signalisiert urbane Lebendigkeit.

Der Blick auf moderne LKW’s, die geschmeidig an uns vorbeihuschen, hilft uns dabei, uns in unvergesslicher Weise auf die grenzenlose Mobilität und ausgereifte Wirtschaftskraft dieser hochentwickelten Metropole Lapplands zu besinnen.

An der E 75 entlang sind es rund 3 km in die Ortsmitte. In der Stadtmitte ist der Supermarkt. Zum Beweis hier ein aktuelles Foto:

20170618 Ivalo 004

Unser täglicher Höhepunkt ist der Spaziergang in den Supermarkt. 3 Kilometer an der E75 entlang. Einkaufen. 3 Kilometer zurück.

Dann odota.

20170618 Ivalo 001Nachmittags mit Emma joggen.

3 Kilometer an der E 75 entlang. Bis zum Supermarkt. 3 Kilometer zurück.

Dann odota.

emma und uwe odotaHeute regnet es gelegentlich. Morgen soll es den ganzen Tag lang bei 8 Grad regnen.

Odota.

Am Mittwoch soll es laut Wetterbericht schneien (Das stimmt wirklich!).

Aber dann hat es sich zu Ende ge-odotat. Am Mittwoch fahren wir nach Norwegen.

Mal schauen, ob die Grenzbeamten schon auf uns odota.